drei Affen (nicht sehen, hören, sagen)

 Ein kühler Kopf und ein großes Herz sind immer eine hervorragende Kombination

Nelson Mandela

Nelson Mandela’s Lebenswerk ist Vorbild, Beispiel und Inspiration. Wichtige Erkenntnisse daraus können Orientierung geben für jede(n), der/die auch „Spuren“ hinterlassen will und ein authentisches und erfülltes Leben führen möchte.
In diesem Beitrag benenne ich die Bedeutung von Zivilcourage. In meinen ersten beiden Beiträgen habe ich die Bedeutung unserer Antwort auf die Frage nach dem Sinn und das Aushalten von Spannung beleuchtet.


Erkenntnis 3:
Zivilcourage – die Kraft des aufrechten Ganges –
als Grundlage eines erfüllten Lebens

Zur Trauerfeier Mandela’s gaben sich Regierungsvertreter aus aller Welt ein Stelldichein.
Mandela wird heute als einer der bedeutendsten Politiker der aktuellen Geschichte gewürdigt, als Held der die gewaltfreie Überwindung der Apartheit ermöglicht hat. Die sollte jedoch nicht vergessen machen, dass er zu Lebzeiten angefeindet und bekämpft wurde, und seine Ziele als als „Wolkenkucksheim“ oder als „nicht wünschenswert“ diskreditiert wurden.  Anerkennung und Würdigung blieben ihm zu Lebzeiten lange versagt. (1)

Das Snowdon Dilemma

In der aktuellen Diskussion darüber, welche Unterstützung und welchen Schutz Edward Snowdon verdient, erleben wir den gleichen Widerspruch:
Viele erkennen an, dass er die Augen dafür geöffnet hat, wie unsere Privatsphäre im Regierungsauftrag massenhaft sabotiert wird. Eine Mehrheit der deutschen Bevölkerung würdigt dies. Zugleich die Mehrheit der Bundesbürger dagegen, dass er bei uns Asyl und Schutz erhält.

Die Frage, die sich für mich dabei stellt:

  • Wie viel sind wir bereit, aufzubringen, notfalls zu opfern, für Überzeugungen, Werte und Entscheidungen, die wir wertvoll finden?

„Ich will wissen, ob du andere enttäuschen kannst, um dir selbst treu zu bleiben.“

Oriah Mountain Dreamer

Dieses Zitat aus der „Einladung“, einem Manifest für ein aufrichtiges, selbstbestimmtes Leben, begegnet den TeilnehmerInnen im ONE Next Step – Training.
Viele sind von der Frage zunächst verwirrt:

  • Ist es doch für für Viele selbstverständlich, dass eigene Handlungen oder Entscheidungen den/die anderen keinesfalls enttäuschen dürfen.

Wie oft höre ich als Psychotherapeut dieses Verbot der eigenen Wahrheit zu folgen, wenn es darum geht, Konflikte und Interessenunterschiede offen auszutragen: „Ich will den Anderen aber nicht enttäuschen oder verletzen.“ Das Ergebnis davon kann nur ein fauler Kompromiss sein.

  • Statt einzutreten für das, was für uns wichtig ist, weichen wir aus, wählen oft den Weg des geringsten Widerstandes, suchen den kleinsten gemeinsamen Nenner – und verraten damit uns selbst.
  • So werden Entwicklung, Lernen und Fortschritt der Bequemlichkeit geopfert. Dabei werden letztendlich alle ge- und enttäuscht und verlieren.

Aufrichtigkeit und Wahrhaftig im täglichen Leben

„Everybody’s Darling“  so weiß ein Sprichwort ist in Wahrheit „Everybody’s Depp.“

In der Arbeit mit Menschen erlebe ich seit mehr als 20 Jahren:

  • die oft konfliktbeladene Beziehung zwischen Eltern und Kindern kann nur dann gelöst und geheilt werden, wenn Unangenehmes – Mangel, Verrat, Gewalt – benannt, anerkannt und damit gewürdigt werden.
  • Eltern verwehren Kindern wichtige Lernerfahrungen, wenn sie aus Scheu oder Bequemlichkeit darauf verzichten, ihnen durch Grenzen Schutz und Führung zu gewähren. Der „Sugar-Daddy“ macht eine schlechten Job.
  • In Partnerschaften können Lebendigkeit und Liebe nur dann gedeihen, wenn jede(r) sich  traut, seine/ihre Bedürfnisse zu äußern, selbst dann, wenn es dem/der Partner/in vielleicht nicht gefällt.

Deinem eigenen Selbst sei treu

William Shakespeare

Wir sind immer dann am Besten, wenn wir uns trauen, wir selbst zu sein.
Viele der oft quälenden Fragen nach der „richtigen“ Entscheidung, können wir dann erst wirklich beantworten, wenn wir nach dem fragen, was uns wirklich erfüllt und nährt, wenn wir uns Fragen stellen, die uns Kraft verleihen.

 Fragen der Kraft

  • Was macht mich glücklich?
  • Was begeistert mich, wofür brennt mein inneres Feuer?
  • Was genieße ich?
  • Wofür bin ich dankbar?
  • Wen oder was liebe ich?

Diese wichtigen Fragen sind für unsere TeilnehmerInnen im ONE Next Step – Training ein wichtiger Kompass, der sie im Gruppenprozess begleitet und auch danach.
Anfangs erleben Manche sie als ungewohnt und unbequem. Auch deshalb weil sich passende Antworten darauf häufig nicht sofort einfinden. Nach und nach finden sie jedoch Antworten darauf, sind erstaunt und freuen sich.

Inspiriert von diesen Antworten beginnt ihr Vertrauen in sich selbst zu wachsen und die innere Kraft zum Handeln beginnt aufzublühen.

  • Dann, wenn unser Denken und Handeln beseelt wird von dem, was uns in der Tiefe nährt und berührt, entfaltet sich unser ureigenes Charisma wie von selbst.
  • Unser „Standing“, unsere Bereitschaft und Fähigkeit, einzustehen und standhaft zu sein – sei es im privaten Leben oder „draußen in der Welt“ – wird gestärkt.
  • An die Stelle von Anpassung und Konformität tritt Schritt für Schritt das, was der deutsche Philosoph Ernst Bloch als „die Kunst des aufrechten Ganges“ bezeichnet hat.

Mandela hat diese Kraft sowohl in seinem privaten als auch im öffentlichen Leben demonstriert. Ähnlich wie Gandhi wirkte er freundlich, demütig und bescheiden – und gewann daraus eine unwiderstehliche Anziehung und Kraft.

Je mehr es uns gelingt, diese Haltung zur Grundlage unseres eigenen Lebens und Handelns werden zu lassen, umso glücklicher und erfüllter leben wir. Je mehr wir für uns einstehen, je weniger wir andere „täuschen“, umso weniger sind und werden wir ent-täuscht.

Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht.
Weil wir es nicht wagen, ist es schwer.

Seneca

Vielen Dank, dass Sie mir bis hierher gefolgt sind.
Ich bin auf Ihre Kommentare gespannt und freue mich, wenn Sie diese Gedanken weiterleiten, so sie diese wertvoll finden.
Wenn Sie mir auf Facebook oder Twitter folgen, erhalten Sie die nächsten Beiträge automatisch und “frei Haus.”


Für den Start in ein kraftvolles und erfülltes Jahr 2014 wünsche ich Ihnen
Zivilcourage und die Entschlossenheit eines aufrichtigen Ganges. 

Ihr 
Markus Klepper

Die vorangegangenen Beiträge zu den Erkenntnissen aus dem Vorbild Mandelas finden sie hier (2)

  Quellen

Bild:  Drei Affen #41344327©velazquez – www.fotolia.com 

(1) http://www.spiegel.de/politik/ausland/nelson-mandela-war-bei-thatcher-strauss-und-reagan-verhasst-a-937612.html
(2) http://markus-klepper.de/was-wirklich-zaehlt-was-wir-von-nelson-mandela-lernen-koennen/ und 

http://markus-klepper.de/ausdauer-und-das-aushalten-von-spannung-was-wir-von-nelson-mandela-lernen-koennen-ii/

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One Response to Zivilcourage, die Kraft des aufrechten Ganges – Was wir von Nelson Mandela lernen können – III

  1. Sarah Tzitzikos sagt:

    Genau! denn schon der alte Konfuzius (551-479 v.Chr.) erkannte: „Wer ständig glücklich sein möchte, muß sich oft verändern.“ Lasst uns aufrecht gehen, zu den Sternen aufblicken und gemeinsam in Bewegung bleiben! das wünsche ich dir, Markus, und uns allen für 2014!!!

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