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Es zählt nicht nur, dass wir gelebt haben.
Es zählt der Unterschied, den wir im Leben anderer bewirkt haben.

Nelson Mandela 1918-2013

Nelson Mandela’s Lebenswerk ist Vorbild, Beispiel und Inspiration. Wichtige Erkenntnisse daraus können jeder/m der selbst „Spuren“ hinterlassen und ein authentisches und erfülltes Leben führen will, Kompass und Orientierung sein. Drei dieser Erkenntnisse benenne ich aus der Sicht eine Psychotherapeuten und Seminarleiters. Es sind die Antwort auf die Frage nach dem Sinn, der passende Umgang mit Spannung und Stress, und die Bedeutung von Zivilcourage. Es sind die drei Schlüssel zur persönlichen Freiheit.

 

Lebensweg und Lebenswerk von Nelson Mandela, dem „Mahatma Gandhi“ Afrikas, der heute zu Grabe getragen wird, erinnert uns an wichtige Fragen, die sich für jeden von uns stellen, auch wenn er kein Nationalheld ist oder sein will.

Drei Erkenntnisse erscheinen mir dabei aus dem Blickwinkel eines Psychotherapeuten und Seminarleiters wichtig und unterstützen ein authentisches und selbstbestimmtes Lebenskonzept.  Sie zu beherzigen bedeutet Kraft und Entschlossenheit für selbstbewusstes Handeln.

Sie sind der Schlüssel zur persönlichen Freiheit.

 

Erkenntnis 1: Die Antwort auf die Frage nach dem Sinn 

Wofür lebe ich? Was gibt meinem Leben einen Sinn?

Gelingt es uns, eine eigene, selbst-gewählte Antwort auf die Frage nach dem Sinn unseres Lebens zu finden, blühen wir auf und entwickeln eine starke, fast unerschütterliche Motivation. Dann finden wir die Kraft, Widrigkeiten und Hindernisse zu überwinden und an ihnen zu wachsen.

Gehen wir dieser Frage jedoch aus dem Weg, so laufen wir Gefahr, früher oder später „aufzuwachen“ mit der quälenden Erkenntnis „Das macht doch alles keinen Sinn!“ – Depression und Angstzustände sind die Folge.

Wofür statt warum?

In seinem autobiographischen Roman „Der lange Weg zur Freiheit“ beschreibt Mandela die Stationen seines Lebensweges, der als Sohn eines Königs begann, ihn fast drei Jahrzehnte als Häftling 4664 in einer Gefängniszelle auf der ehemaligen Leprainsel Robben Island gefangen hielt und ihn danach 1994 zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas werden ließ. (1)

Welche Fragen würden wir uns stellen, wenn wir mit Herausforderungen oder Schicksalsschlägen konfrontiert werden, die zumeist weitaus überschaubarer sind?

  • Warum ich? Wieso musste mir das passieren? Was habe ich falsch gemacht? Womit habe ich das verdient?

Wie selbstverständlich drängen sich uns diese oft Fragen auf – und wir ahnen meist nicht, wie zersetzend oder zerstörerisch sie für unser Selbstvertrauen tatsächlich sind.

Viktor Frankl, Psychiater und Begründer der Logotherapie, hatte als Insasse im KZ Theresienstadt die Gelegenheit zu erforschen, wie die innere Antwort, die Haltung eines Menschen, die er seinem Schicksal entgegenbringt über Leben und Tod entscheiden kann.

Eine der Lehren, die er im KZ beobachten konnte war:

Mitgefangene, die ihrem grausamen Schicksal einen Sinn abringen konnten und sich etwa das Versprechen gaben, „wenn ich das hier überlebe, werde ich alles dafür tun, dass so etwas nicht wieder geschieht“, entwickelten daraus einen starken Überlebenswillen. Ihre Chance, den Horror des KZ zu überleben, war deutlich größer als jeder Menschen, die sich ihrem Schicksal ergaben oder damit haderten. (2)

Dann wenn wir wissen wofür öffnen sich Türen, von denen wir zuvor nichts ahnten.
Dann wenn wir uns fragen:

  • Wofür könnte ich diese Erfahrung nutzen?
  • Welchen Sinn, welche Bedeutung könnte ich ihr abgewinnen?
  • Welchen Wert könnte sie für mich haben?

verändert sich unser Blickwinkel und neue Möglichkeiten uns Perspektiven kommen in den Sinn.

Statt in einer erlernte re-aktiven Lebensweise zu verharren, die uns als Opfer der Umstände fühlen lässt, entwickeln wir so eine pro-aktive Lebenseinstellung, die uns das Gefühl von Sinnhaftigkeit und persönlichem Wert vermittelt.

Wer einmal Samuel Koch erlebt hat, den jungen Mann, der 2010, mit 23 Jahren, bei „Wetten Dass…?“ durch einen Unfall jäh aus seinen Träumen von Ruhm und Erfolg gerissen wurde und seitdem querschnittsgelähmt ist, ahnt wahrscheinlich, was ich meine.

Seine äußeren Lebensumstände sind auf Dauer demütigend. Seine Ausstrahlung und die Haltung, die er verkörpert und der Mut, den er dadurch macht, sind bewundernswert. Er hat sie in seinem Buch „Zwei Leben“ dokumentiert (3)

Vorbilder und Lebenserfahrung

Mandela, Gandhi, Frankl, Samuel Koch und all die Menschen, deren persönliches Beispiel uns inspiriert, sind wichtig für unseren persönlichen Lernprozess. Sie wirken wie Katalysatoren, die uns aufwecken und erinnern. Sie zeigen uns was möglich ist, machen uns Mut und stehen uns oft wie ein „innerer Schutzengel“ bei.

Für mich waren es als junger Kerl Winnetou und Old Shatterhand, zwei mutige Helden, über die Karl May, in einer Gefängniszelle schrieb, ganz ähnlich wie Mandela, der seine Autobiographie heimlich aus dem Gefängnis herausschmuggeln ließ.

Zugleich finden wir diese inspirierenden Lern- und Lebenserfahrungen, immer auch ganz in unserer Nähe um uns herum, dann wenn wir danach suchen.

In meiner Praxis oder in Trainings sind es für mich heute die Menschen, die ich ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten darf. Viele stehen vor Entscheidungen oder Weichenstellungen in ihrem Leben, manche wollen Herausforderungen und Krisen meistern – alle suchen ihren eigenen Weg zu Freiheit und Selbstbestimmung. (3)

Sie erinnern mich, an das was Mandela so benennt:

Etwas sieht solange unmöglich aus bis wir es geschafft haben“

Danke für dein Lebenswerk, Madiba Mandela!

———————

Den Beitrag  „Wie wir Spannung / „Stress“ nutzen können, um unsere Ziele zu erreichen“ finden sie hier (4)
Auf die Erkenntnis: „Wie wichtig Zivilcourage für die Erfüllung in unserem Leben ist“ werde ich später eingehen.

——————

Vielen Dank, dass Sie mir bis hierher gefolgt sind. 

Ich bin auf Ihre Kommentare gespannt und freue mich, wenn Sie diese Gedanken weiterleiten, so sie diese wertvoll finden. 
Wenn Sie mir auf Facebook oder Twitter folgen, erhalten Sie die nächsten Beiträge automatisch und „frei Haus.“

Ich wünsche Ihnen einen schöne Vorweihnachtszeit
Ihr 

Markus Klepper



Quellen
Titelbildhttp://commons.wikimedia.org/wiki/
File:Nelson_Mandela%27s_prison_cell,_Robben_Island,_South_Africa.jpg

(1) Der lange Weg zur Freiheit, Nelson Mandela, Fischer
(2) … trotzdem Ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager. Viktor Frankl, ISBN 3-423-30142-2
Der Mensch vor der Frage nach dem Sinn. Eine Auswahl aus dem Gesamtwerk, Piper München / Zürich 1979–2006, ISBN 3-492-20289-6
(3) Zwei Leben, Samuel Koch, Kindl edition

(3) ONE Next Step-Training
(4) Ausdauer und das Aushalten von Spannung – Was wir von Nelson Mandela lernen können – II 

 

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6 Responses to Was wirklich zählt? – Was wir von Nelson Mandela lernen können – I

  1. monika ernst sagt:

    markus, vielen dank für diesen blog, das hört sich alles so sinnig an und berührt mich sehr sehr sehr und zeigt mir mal wieder einen anderen blickwinkel, manchmal vergisst man einfach! herzliche grüße aus köln, moni

  2. Tina Höhne sagt:

    Fritz, Publizist und lebenserfahrener Freund, hat in der Zeit, als er im Süden Afrikas Fernsehen und Hörfunk mit aufgebaut hat, Madiba zweimal persönlich getroffen und gesprochen. Er sagt: Diese Ausstrahlung, über die allenthalben berichtet wird …. die ist mit Worten gar nicht zu fassen. Es sei gewesen, als würde man einem Messias begegnen …einem Messias, der mit einem spricht auf Augenhöhe. Dieser persönliche Bericht hat mich sehr bewegt.
    Gut, dass Du und viele andere gemeinsam Madiba würdigen. Danke!

  3. Elke Ruben sagt:

    Es ist toll die wichtigen Lebensfragen
    so anschaulich anhand dieser Lebensbiografien
    noch einmal anzuschauen und durch zu arbeiten
    Sehr eindrucksvoll und spannend!
    Elke

  4. Anke sagt:

    Lieber Markus
    Deine Worte sind ein guter Kompass auf meinem Weg.
    Ich nehme sie in meinem Herzen mit.
    Anke

  5. Dietlind Muddef sagt:

    Danke Markus, Du hast für mich die tolle Gabe, die Essenz der Dinge so klar herauszustellen. Ich empfinde diese Tage gerade sehr bewegend und fühle was alles möglich ist, wenn wir Menschen nur wollen und unseren Sinn suchen und finden!
    LG Dietlind

  6. Elke Binnig sagt:

    Danke Markus für deine Gedanken und klaren Ausführungen.
    Du sprichst mich da mal wieder komplett an.
    Bewußt Leben, bewußt handeln..für sich selbst und seine Mitmenschen!!
    Einer der wichtigsten Essenzen aus deinem Blog.
    …“Statt in einer erlernten re-aktiven Lebensweise zu verharren, die uns als Opfer der Umstände fühlen lässt, entwickeln wir so eine pro-aktive Lebenseinstellung“…..
    Elke

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