Medieval young man praying in a forest-SMALL DOF

 

Lohnt es sich, wie ein Schachspieler mögliche Gefahren und Missgeschickte innerlich durchzuspielen, um „gut vorbereitet“ zu sein? Sind Menschen, die eher vertrauensvoll durch’s Leben gehen, naiv oder vielleicht sogar besser dran?

Eine aktuelle wissenschaftlich Studie belegt am Beispiel der Erforschung des Schlafes, was wir empirisch längst wissen oder zumindest ahnen:
Weniger Denken, Analysieren, weniger Kontrolle und „was wäre wenn-Kopfkino“ führen zu mehr Entspannung und Gelassenheit – zu mehr Wohlgefühl.

„Unser Gehirn … scheint .. sich entscheiden zu müssen: entweder es ist wach und passt auf oder es schläft und macht sauber.“ (1)

Andere Forschungen weisen nach, dass wir dann, wenn wir unserem unbewussten inneren Wissen, unserem Bauchgefühl trauen, auch weitreichende Entwicklungen wie etwa das „Glück in der Ehe“ recht gut einschätzen können. (2)

Immer wieder belegen wissenschaftliche Studien, dass dann, wenn wir körperlich oder seelisch „loslassen“ und richtig entspannen, in uns Freiräume entstehen, die für körperliche und seelische Heilungsprozesse genutzt werden können – ganz ohne unser bewusstes Zutun. Gewissermaßen „im Schlaf.“

Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation, Entspannungs- und Flowzustände wie im Mentaltraining, in der Hypno- oder Trancetherapie zeigen dies eindrucksvoll.

Leider denken wir oft, wir müssten stattdessen viel tun, um zu erreichen, was ohne unser aktives Zutun fast ganz wie von selbst geschieht.

Oft tun wir das Falsche – und davon zu viel.
Oft ist weniger in Wirklichkeit mehr.

  • Neue Diagnosen und Krankheitsbilder, die neue Medikatmente und Behandlungsformen nach sich ziehen und oft nicht mehr sind als Marketing-Maßnahmen für Pharmaindustrie und Arbeitsbeschaffungsprogram.
  • Eine Inflation an Maßnahmen zur Steigerung „psychischer Gesundheit“ während wir gefühlt immer gestresster und „kränker“ werden und schon Schulkinder immer häufiger mit Medikamenten ruhiggestellt werden.

Wenn wir stattdessen Räume schaffen in denen wir uns sicher und aufgehoben fühlen, dann wenn es keine Kontrolle braucht und Vertrauen wieder gelernt werden kann, übernimmt unsere Psyche vieles in eigener Regie. Entwicklungs- und Heilungsprozesse können so häufig fast wie von selbst geschehen.

  • Diese  vertrauensvollen Räume können im Zusammensein mit wirklichen Freunden entstehen.
    Idealerweise sind dies Menschen, die nichts von uns erwarten, Menschen bei denen wir nichts „liefern“ müssen, die nicht sofort enttäuscht sind, wenn wir uns anders verhalten, als sie es wünschen oder erwarten.
  • In Liebesbeziehungen ist dies oft eher schwierig, denn dort haben wir viel zu verlieren, wenn wir nicht erfüllen, was erwartet wird.
  • Sie können auch entstehen im Kontakt mit Therapeuten oder Begleitern, die unterstützend und bestärkend an unserer Seite sind. Beratern, die Potenziale sehen statt Probleme zu analysieren und dadurch das Vertrauen in die eigenen Heilungsprozesse unterstützen.
  • In Gruppenerfahrungen, in denen Menschen ihre natürliche Scheu und Angst, gesehen zu werden verwandeln und die Erfahrung von Sicherheit, Geborgenheit und Verbundenheit erleben, ist diese Wirkung am stärksten. Hier können Selbstbewusstein und Vertrauen in die eigene innere Stärke auf ganz natürliche Weise enstehen. Als Seminarleiter und Therapeut erlebe ich es immer wieder, etwa in dem von mir geleiteten ONE Next Step – Training (3)

Unser Leben gelingt umso mehr, je mehr wir uns ihm anvertrauen – nicht nur dann wenn wir im Schlaf unsere „Psyche putzen“, sondern auch wenn wir wach sind und uns von der Intuition und Weisheit unseres Bauchgefühls leiten lassen.

Das Gute dabei, durch diese Haltung sparen wir jede Menge Energie. So kann unser Leben wirklich leichter werden.

1 Quelle
2 Quelle
3 Quelle

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One Response to Vertrauen ist gut, Kontrolle jedoch besser – Stimmt das?

  1. Silke Schepp sagt:

    Ja, genau das ist es, das uns oftmals schon so früh ausgetrieben wird, das Vertrauen. Sowohl das Vertrauen in die Außenwelt (was als naiv bezeichnet wird, hierzulande sogar als hochgradig naiv) als auch das Vertrauen in sich selber. Und das bietet das Seminar, das wieder zu lernen. Tatsächlich tut es das! Und nur so gehts.
    Danke für die Anleitung!

    Silke

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